Ich liebe Halloween. Die düstere Stimmung, die schrägen Gestalten und diese besondere Mischung aus Grusel, Fantasie und schwarzem Humor. Nur mit dem Verkleiden und Dekorieren kann ich wenig anfangen. Aufwendige Kostüme, Schminke oder künstliche Spinnweben sind einfach nicht mein Ding. Also habe ich meine Begeisterung kurzerhand in die digitale Welt verlegt.
Unter dem Titel Metamorphosis experimentiere ich mit generativer künstlicher Intelligenz und verwandle mich selbst in die unterschiedlichsten Situationen. Das passende Modell dafür habe ich praktischerweise immer zur Verfügung. Es ist geduldig, jederzeit einsatzbereit und verlangt kein Honorar. Die Rede ist von mir selbst.
Heute steht Halloween auf dem Programm. Mal grotesk, mal verstörend, manchmal auch mit einem Augenzwinkern. Eines haben alle gemeinsam: Hinter jeder Verwandlung bin eindeutig ich zu erkennen.
Genau darin liegt für mich die Herausforderung. Als Fotograf lege ich großen Wert auf eine glaubwürdige Darstellung. Gesichtszüge, Mimik, Licht und vor allem die Haut müssen überzeugen. Ich möchte Poren sehen, kleine Falten, Unebenheiten und all die vermeintlichen Makel, die ein Gesicht einzigartig machen. Schließlich gehören sie zu mir und erzählen ihre eigene Geschichte.
Mit jeder neuen Verwandlung lerne ich mehr über die Möglichkeiten und Grenzen generativer KI. Wie weit kann ich ein Gesicht verändern, ohne seine Identität zu verlieren? Wie entstehen glaubwürdige Ausdrücke? Und wann wirkt ein künstlich erzeugtes Porträt so lebendig, dass man zweimal hinschauen muss?
Metamorphosis ist für mich eine kreative Spielwiese zwischen Fotografie, digitaler Kunst und künstlicher Intelligenz. Eine Gelegenheit, neue Techniken auszuprobieren, mit meiner eigenen Identität zu spielen und die Grenzen des Machbaren auszuloten.
Und das Schöne an Halloween? Für diese Verwandlungen brauche ich weder Schminke noch Kostüm. Und abschminken muss ich mich hinterher auch nicht.











