30 Tage. 30 Fotografien. Ein Monat in Schwarzweiß. Und ein kleiner Beitrag zu einer großen Idee. Ich mag den November. Die Tage werden kürzer, draußen wird es früher dunkel und die leuchtenden Farben des Herbstes verschwinden langsam aus der Natur. Die Welt wird ruhiger, zumindest fühlt es sich für mich so an.
Gleichzeitig wird es zu Hause gemütlicher. Man verbringt wieder mehr Zeit in den eigenen vier Wänden, findet Gelegenheit, Dinge zu erledigen, die über den Sommer liegen geblieben sind, und vielleicht auch ein wenig Zeit für sich selbst. Bevor im Dezember das bunte Treiben rund um Weihnachten beginnt, bietet der November eine willkommene Gelegenheit, einen Gang zurückzuschalten. Für mich als Fotograf ist diese Jahreszeit besonders reizvoll. Weniger Farbe, andere Lichtstimmungen, stärkere Kontraste. Und manchmal entdeckt man gerade dann die interessantesten Motive, wenn die Natur ihre Farben verliert. In diesem Jahr möchte ich diese Stimmung mit zwei weiteren Dingen verbinden, die mir am Herzen liegen: der Fotografie und einer Aktion, die ich schon lange großartig finde.
Movember: Eine gute Idee mit einem kleinen Problem
Jedes Jahr im November lassen sich Männer auf der ganzen Welt einen Schnauzer wachsen. Hinter der Aktion steckt die internationale Movember-Bewegung, die auf Männergesundheit aufmerksam macht. Im Mittelpunkt stehen Prostatakrebs, Hodenkrebs sowie psychische Gesundheit und Suizidprävention. Gerade Letzteres verdient aus meiner Sicht mehr Aufmerksamkeit. Wir Männer sprechen gerne über die unterschiedlichsten Dinge. Wenn es um persönliche Sorgen, Ängste oder die eigene Gesundheit geht, werden die Gespräche allerdings oft deutlich kürzer. Dabei kann es helfen, sich Zeit zu nehmen, auf sich selbst zu achten und offen miteinander zu reden. Und manchmal braucht es auch den Mut, Unterstützung anzunehmen.
Ich würde mich gerne an der Movember-Aktion beteiligen. Allerdings gibt es da ein kleines biologisches Hindernis: Meine Gesichtsbehaarung reicht beim besten Willen nicht für einen vernünftigen Schnauzer. Selbst mit viel Geduld wäre das Ergebnis vermutlich eher bemitleidenswert. Also habe ich mir eine Alternative überlegt.
BNWnovember: Meine persönliche Fotochallenge
Im November 2027 starte ich meine eigene kleine Challenge. Die Idee ist einfach. An jedem der 30 Novembertage veröffentliche ich eine meiner besten Fotografien aus dem aktuellen Jahr. Alle Bilder ausschließlich in Schwarzweiß. Warum ausgerechnet Schwarzweiß? Weil diese Art der Fotografie für mich eine besondere Ausdruckskraft besitzt. Ohne Farbe konzentriert sich der Blick stärker auf das Wesentliche. Auf Licht, Schatten, Formen, Strukturen und Emotionen. Manche Aufnahmen erzählen in Schwarzweiß eine völlig andere Geschichte. Andere gewinnen an Tiefe oder lassen Details erkennen, die in der farbigen Version kaum aufgefallen wären.
Und irgendwie passt das für mich zum November. Eine Zeit, in der die Natur ihre Farbigkeit zurücknimmt und wir wieder mehr Gelegenheit haben, genauer hinzusehen. Gleichzeitig bietet mir die Challenge einen schönen Anlass, mein eigenes fotografisches Jahr Revue passieren zu lassen. Welche Bilder sind mir besonders gelungen? Welche Momente sind mir in Erinnerung geblieben? Und welche Aufnahmen verdienen vielleicht einen zweiten Blick?
Zeit für Bilder. Zeit für sich selbst.
Die Verbindung zu Movember ist für mich durchaus bewusst gewählt. Wenn die Tage kürzer werden und wir mehr Zeit zu Hause verbringen, können wir diese ruhigeren Stunden auch für uns selbst verwenden. Das kann bedeuten, ein gutes Buch zu lesen, endlich die Zimmerpflanzen zu gießen, Bilder zu bearbeiten oder einfach einmal nichts zu tun. Vielleicht ist es auch eine Gelegenheit, einen alten Freund anzurufen, den man schon länger nicht gesprochen hat.
Natürlich ersetzt eine Foto-Challenge weder medizinische Vorsorge noch ein offenes Gespräch über psychische Belastungen. Aber vielleicht kann sie ein kleiner Anlass sein, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Mit meinen Fotografien möchte ich deshalb auch auf die ursprüngliche Movember-Idee aufmerksam machen. Wer die Bewegung unterstützen möchte, findet auf movember.com Informationen und Möglichkeiten zu spenden.
30 Tage bis zum bunten Dezember
Ab dem 1. November gibt es also täglich eine Aufnahme aus meinem fotografischen Jahr zu sehen. Unterschiedliche Motive, unterschiedliche Geschichten, aber immer in Schwarzweiß. Vereinzelt werde ich auch KI-generierte Bilder zeigen, denn ich möchte mich auch in diesem Bereich kreativ weiterentwickeln. Dabei konzentriere ich mich bewusst auf Motive und Bildideen, die ich mit einer Kamera so nicht umsetzen könnte. Schließlich soll die KI meine fotografischen Möglichkeiten neu erweitern, nicht ersetzen.
Es wird ein erster Rückblick auf ein Jahr voller Eindrücke. Und während draußen die Tage immer kürzer werden, wächst meine kleine Schwarzweißsammlung. Bild für Bild. Bis schließlich der Dezember beginnt und die Welt mit Weihnachtsbeleuchtung, Dekorationen und all dem bunten Treiben wieder ganz andere Farben bekommt. Vielleicht inspiriert euch mein BNWnovember dazu, selbst einmal genauer hinzusehen. Auf eure Umgebung, auf eure Mitmenschen und auf euch SELBST.
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BNWnovember | Bild 1 von 30 | Ein kleines Stück Geschichte. Reloaded.
Sommer 1975. Das älteste Foto, das von mir existiert. Ich bin gerade ein paar Monate alt und meine Mutter präsentiert mich stolz in einem Kinderwagen, der heute als echtes Retro-Schmuckstück durchgehen würde. Leider hat die Originalaufnahme über die Jahre stark an Qualität verloren. Dank moderner KI konnte ich ihr neues Leben einhauchen und ein Stück meiner persönlichen Geschichte wieder sichtbar machen.


