In den vergangenen Jahren hatte ich mehrfach die Gelegenheit, die Fotoproben auf der Bregenzer Seebühne zu besuchen. Dabei entstanden zahlreiche Aufnahmen, die die einzigartige Atmosphäre dieser außergewöhnlichen Inszenierungen einfangen.
Hier findet ihr einen Rückblick auf die Produktionen, die ich fotografisch begleiten durfte.
Turandot von Giacomo Puccini
(Premiere 2015, Regie und Bühne: Marco Arturo Marelli)
Turandot entführt in eine märchenhafte Welt des alten China, in der Prinzessin Turandot ihren Freiern tödliche Rätsel stellt. Erst Prinz Calaf wagt den gefährlichen Versuch, ihr Herz zu gewinnen. Regisseur und Bühnenbildner Marco Arturo Marelli schuf dafür eine monumentale Drachenlandschaft, deren gewaltiger Kopf und filigrane Details die Seebühne in ein eindrucksvolles Reich zwischen Mythos und Realität verwandelten.





Carmen von Georges Bizet
(Premiere 2017, Regie: Kaspar Holten, Bühne: Es Devlin)
Carmen erzählt die Geschichte der freiheitsliebenden Carmen, die den Soldaten Don José in eine zerstörerische Leidenschaft zieht. Regisseur Kaspar Holten setzte die Oper mit psychologischer Tiefe in Szene. Das spektakuläre Bühnenbild der britischen Bühnenbildnerin Es Devlin zeigte zwei überdimensionale Hände, die Karten hielten – ein eindrucksvolles Symbol für Schicksal, Liebe und Tod.





Rigoletto von Giuseppe Verdi
(Premiere 2019, Regie: Philipp Stölzl, Bühne: Philipp Stölzl, Heike Vollmer)
Rigoletto erzählt von Hofnarr Rigoletto, dessen Wunsch, seine Tochter Gilda zu beschützen, in einer Tragödie endet. Regisseur Philipp Stölzl verlegte die Handlung in eine düstere Zirkuswelt. Das markante Bühnenbild von Philipp Stölzl und Heike Vollmer zeigte den riesigen Kopf eines Clowns mit beweglichen Augen, Händen und Mund, der die gesamte Seebühne dominierte und zu einem der bekanntesten Bühnenbilder der Festspielgeschichte wurde.





Madama Butterfly von Giacomo Puccini
(Premiere 2022, Regie: Andreas Homoki, Bühne: Michael Levine)
Madama Butterfly erzählt die bewegende Geschichte der jungen Geisha Cio-Cio-San, die von ihrer großen Liebe und den Folgen ihres Vertrauens enttäuscht wird. Regisseur Andreas Homoki setzte die Oper als sensibles Kammerspiel auf der Seebühne um. Das Bühnenbild von Michael Levine bestand aus einem riesigen Blatt Papier, das sich immer wieder verwandelte und zu einer poetischen Projektionsfläche für die Handlung wurde.





Der Freischütz von Carl Maria von Weber
(Premiere 2024, Regie und Bühne: Philipp Stölzl)
Der Freischütz verbindet romantische Oper mit düsterer Schauergeschichte. Der junge Max schließt einen verhängnisvollen Pakt mit dem Teufel, um den entscheidenden Probeschuss für seine Hochzeit zu bestehen. Regisseur und Bühnenbildner Philipp Stölzl schuf dafür eine eindrucksvolle Winterlandschaft mit einem gespenstischen Dorf aus windschiefen, teilweise im Wasser versunkenen Gebäuden und einem überdimensionalen Mond. Die Kulisse verwandelte die Seebühne in eine geheimnisvolle Welt zwischen Märchen und Albtraum.






